Mehmet Emir – „Ich bin immer noch in Wien“, Universalist und Brückenbauer zwischen den Kulturen

17. Dez 2022 – 17:00 Uhr

Mehmet Emir ist ein Universalist im besten Sinn des Wortes. 1964 in Hozat/Tunceli in der Türkei geboren, kam er 1981 nach Österreich, um Fußballspieler zu werden. Er kam und blieb. Er besuchte zunächst berufsbegleitend eine HTL, begann jedoch sehr bald als Jugendbetreuer, Sozialarbeiter und Fotoredakteur zu arbeiten. Er studierte Kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste und ist seit 2016 Mitarbeiter am Institut Sozialanthropologie sowie am Zentrum für Digitale Geisteswissenschaften an der Akademie der Wissenschaften in Wien tätig.

„Nebenbei“ ist er auch Schauspieler, Musiker und Schriftsteller, der seit 2005 regelmäßig für die Zeitschrift „Augustin“ Beiträge verfasst. Sein 2012 im Sonderzahl-Verlag erschienenes Buch „Ich bin immer noch in Wien, Briefe an Papa und Mama in der Türkei“ ist eine sensible Auseinandersetzung mit dem Thema – Zuhause-Sein in der Fremde –  die, parallel dazu, dem Bedürfnis, die Verbindung zu den eigenen Wurzeln nicht verlieren zu wollen, Raum gibt. Gleichzeitig stellt das Buch eine aktive und kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Positionen von Politik und Gesellschaft in Österreich dar. – Ein Buch das Nähe zum Menschen schafft und zum Diskurs mit Themen der Gegenwart einlädt.

Ergo Arte präsentiert: VALENTINS PANOPTIKUM – Ein Aquarium voll Regen, voll Traufe und anderen Wortklaubereien

21. Jan 2023 – 17:00 Uhr

VALENTINS PANOPTIKUM – EIN AQUARIUM VOLL REGEN, VOLL TRAUFE UNDANDEREN WORTKLAUBEREIEN ist eine Zusammenstellung lebendiger Kurzgeschichten, Nonsens-Couplets und vertrackter Szenen von Karl Valentin: Der Pessimismus und die Tragik seiner Komik werden durch den ständigen Kampf mit alltäglichen Dingen wie der Auseinandersetzung mit Behörden und Mitmenschen genährt. Aneinander vorbeiredend und dabei die Worte des Anderen auf die Goldwaage legend, kreisen wir umeinander herum. Das macht Valentins Wortklaubereien und die Komik seiner Texte auch heute aktuell und relevant. Seine Szenen sind Ereignisse und sprechen von großer Kenntnis des Lebens. Karl Valentin ist Realist, er bildet ab, was er hört und sieht, erstellt quasi Samples der Wirklichkeit, zeigt die Essenz.

Erleben Sie die Vielschichtigkeit der Sprache des hohen Blödsinns und der Absurdität des Lebens in der Inszenierung von PETER PAUSZ!

Es spielen: Max Mayerhofer, Mara Koppitsch und David Czifer

Regie und Textfassung: Peter Pausz

Dietmar Grieser liest aus seinem Buch GELIEBTE UKRAINE – Auf literarischer Spurensuche zwischen Donezk und Anatevka

18. Mrz 2023 – 17:00 Uhr

Damals in Lemberg schon vor Jahrzehnten, als sie noch Teil der Sowjetunion war, begab sich Dietmar Grieser auf literarische Spurensuche in die Ukraine. In einem Kohlebergwerk in Donezk ergründete er den Heldenkult um »Arbeitsrekordler« Alexej Stachanow, nahe Kiew spürte er die realen Protagonisten des Musicals »Anatevka« auf oder unweit von Lemberg den Schauplatz von Georg Trakls Kriegsdichtung »Grodek«. Auch berühmten Töchtern und Söhnen des Landes, die anderswo ihr Glück fanden, widmete sich der begnadete Erzähler, u. a. Startenor Joseph Schmidt, der Pädagogin Eugenie Schwarzwald oder dem mysteriösen Leopold von Sacher-Masoch, der heute als der »Vater« des Masochismus gilt.

Dietmar Griesers ausgewählte Reisereportagen und Porträts sind ein bemerkenswertes Stück Zeitgeschichte sowie eine sehr persönliche Hommage an ein faszinierendes, aktuell in außerordentlicher Bedrängnis befindliches Land.