Ingrid Schramm und Andrea Glatzer: „Pannonische Streifzüge“ 100 Jahre Burgenland – Pioniergeschichten und Anekdoten

18. Dez 2021 - 17:00 Uhr

Niederösterreich und Burgenland – die Grenzen zwischen den heutigen Bundesländern wurden immer wieder neu gezogen. In der Römerzeit erstreckte sich hier die Provinz Pannonien. Beinahe 1000 Jahre bis zum Ende der Monarchie war das heutige Burgenland ein Teil Ungarns.

Nach Ende des 1. Weltkriegs zogen sich die Verhandlungen lange hin und Ungarn hatte damals schlechtere Karten als Österreich, denn dort herrschte ein bolschewistisches Räteregime. In Österreich hingegen wurde zu dieser Zeit ein vorbildlicher Sozialstaat errichtet, mit Grundrechten, die bis heute Gültigkeit haben: Frauenwahlrecht, Abschaffung der Todesstrafe, Arbeiterschutz-Gesetz. Die Siegermächte wollten keinen Staat nach sowjetischem Vorbild in Mitteleuropa. Das dürfte wohl auch einer der Gründe gewesen sein, weshalb das Burgenland im Vertrag von Saint Germain am 10. September 1919 Österreich zugesprochen wurde.

In der NS-Zeit verschwand das Burgenland von der Landkarte und wurde in die Gaue Niederdonau und Steiermark eingegliedert. Nach dem 2. Weltkrieg verlief entlang der Außengrenze, des nun wieder selbständigen Bundeslandes, der Eiserne Vorhang, der nach dem Ungarn-Aufstand 1956 endgültig dicht wurde. Viele Ungarn-Flüchtlinge wurden in einer beispiellosen Hilfsaktion in der ganzen Welt aufgenommen, auch über das Lager Traiskirchen in Niederösterreich.

 Es gib noch einen weiteren Niederösterreich-Bezug. Die Autorin Andrea Glatzer stammt aus Hainburg an der Donau. Auch dieser Region sind einige Geschichten gewidmet.